(DE) Die Deutschen stolpern über ihre Vergangenheit.
(EN) The Germans stumble on their past.
The “Stuttgart Declaration” includes two basic messages: first, it deals with the youth’s expectations regarding economy, science and politics as those responsible for energy issues and climate protection. Second, the youth make a commitment to save energy and water wherever possible – be the change you want to see, as they call it.
(DE) Einige Monate habe ich schon als Freiwilliger in Stuttgart verbracht. Die letzten sind rasant vorbeigegangen. Meine Aufgaben im Projektwerk Projektbüro vom Stuttgarter Jugendhaus haben in dieser Zeit etwas geändert. Meine Entsendeorganisation in Elche, meinem Herkunftsort, hat nämlich dringend einen Freiwilligen gebraucht, da die ausgewählte Freiwillige auf den letzten Drücker abgesagt hatte. Unsere EFD-Mitarbeiterin Sophie hat damals ein Projekt in Spanien gesucht, um vier oder fünf Monate später dahin zu gehen. Einen EFD in Elche durchzuführen, ist aber keine Gelegenheit zum Verpassen, und jetzt befindet sie sich dort. Das Projekt beruht darauf, bei Jugend-Freizeitzentren mitzuhelfen.
Diese Stadt, die am Mittelmeer liegt, ist kein Rudel von großen Hirschen, sie ist eher bekannt für ihre Palmengärten, die im Jahre 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Dieser Hain ist die größte Palmenpflanzung in Europa und eine der größten der Welt. Um einen Grund dafür zu finden, muss man in die Zeit der Araber zurückgehen. Trotzdem ist Tourismus nicht bedeutend. Die Schuhindustrie war der Motor der Entwicklung, bis im Zuge der Globalisierung die Chinesen diese Oase gefunden haben. Später, als die spanische Baukrise und die internationale, bankmäßige u.s.w. Krisen gekommen sind, wurde es noch schlimmer. Das ist der Grund ,weshalb, als Sophie mich danach gefragt hat, was es dort überhaupt gebe, ich „Palmen, Arbeitslose und den Strand“ geantwortet habe.
Ich habe ihre Aufgaben übernommen. Zurzeit bin ich verantwortlich dafür, deutsche Freiwillige ins Ausland zu schicken und ausländische Freiwillige zu uns bringen. Manchmal ist das aber viel Büroarbeit und man versucht durch andere Tätigkeiten flexibel zu bleiben. Zum Beispiel gebe ich mittwochabends Spanischunterricht für Anfänger, helfe im Lager und besuche einen Test-DaF vorbereitenden Deutschkurs.
Im Stuttgarter Jugendhaus wurden viele Projekte auf dem Gebiet des internationalen Jugendkulturaustausches in den letzten Jahren umgesetzt; Projekte, mit denen wir uns im Projektwerk beschäftigen. Beispielsweise das UNESCO Welt-Jugend-Festival 2006 für Jugendlichen aus allen Teilen der Erde. In Sommer 2009 findet in Stuttgart das Festival wieder statt. Dazu werden rund 500 Jugendliche nach Stuttgart eingeladen, die in einer gemeinsamen Woche der Begegnung in interkulturellen Dialog treten und Freundschaften rund um den Globus schließen können. Die Veranstaltung steht unter dem UNESCO Motto „Alles Leben ist Begegnung“ und berücksichtigt die verschiedenen Aspekte Kunst, Musik, Sport, Literatur und Wissenschaft. Aus diesen Kategorien werden Gästegruppen nach Stuttgart eingeladen, die ihr Können im Austausch zeigen und präsentieren. In Verbindung stehe ich zum Beispiel mit dem Jugendhaus von Elche, wo ich Leute kenne, da ich selbst vor drei Jahren Mitglied davon war. Daher kann eine Gruppe von 10 Leuten zum Festival kommen.
Es soll eine „Woche der Begegnung“ und des „Voneinander Lernens“ konzipiert werden und in Form von Arbeitsgruppen, Workshops und Diskussionsforen zum künstlerischen und intellektuellen Austausch kommen. Der Internationale Jugendkongress in der Mitte der Festivalwoche bildet das Herzstück der Jugendbegegnung. Er soll unter dem Motto „Klimaschutz und Energie für unsere Zukunft“ stehen und verschiedene internationale Referenten und Partner miteinbeziehen.
(DE) Vom 29. Oktober bis zum 7. November 2008 habe ich mein Einreiseseminar in der Jugendakademie von Walberberg besucht. Das war mein Erstes in Deutschland. Ich mache während meines Jahres als Freiwilliger mehrere Seminare, deren Ziel es ist, ein europäisches Bewusstsein unter jungen Leuten zu wecken und den Jugendlichen einen Austausch ihrer Erfahrungen in den Projekten zu ermöglichen sowie sie mehr über den EFD (Europäischer Freiwilligendienst) zu informieren. Das hat viele Vorteile aber auch einige Nachteile, wenn man sich beim EFD besser auskennt als sein Tutor vom Projekt. Man bemerkt, dass man mehr Rechte hat als gedacht, dies aber nicht so einfach übermitteln kann. Es waren zwanzig Mädels und nur zwei Jungs, die in Deutschland ihren europäischen Freiwilligendienst machen und in Walberberg zehn Tage verbracht haben. Wir sind aus vierzehn verschiedenen Ländern, wie zum Beispiel Ungarn, Frankreich, Griechenland, Tschechien, Lichtenstein oder Dänemark, gekommen. Bei mir gab es nicht nur interkulturelle oder kommunikative Hindernisse, sondern bei so vielen Mädels auf einem Haufen auch die zwischen Männern und Frauen. Durch Werkstätte, Gespräche, interkulturelles Lernen, eine lustige Pyjamaparty, Spiele oder deutsche Lieder haben wir versucht, die meisten Hindernisse zu überwinden. Ich meine „meisten“, weil es hier nur möglich war, Kultur und Sprachen zu lernen.
Walberberg ist ein kleines, grünes, von Gott verlassenes Dorf irgendwo zwischen Bonn und Köln, wo es nur Pferde, ein Rewe und die Jugendherberge Jugendakademie gibt. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, diese beiden Städte zu besichtigen. Der unglaubliche Kölner Dom, das leckere Kölsch (Bier), das unverständliche Kölsch (Sprache), das Gestapo-Gefängnis in Köln oder das Deutsche Historische Museum in der ehemaligen Hauptstadt West-Deutschlands Bonn sind einige Highlights, die man nicht verpassen sollte. Diese Ausflüge hatten eine geschichtliche Perspektive, da wir mehr über den Ablauf der Nazizeit, die zwei Deutschlands während des kalten Krieges und die abschließende Wiedervereinigung erfahren konnten. Die von Nägeln und kleinen Steinen geschriebenen Botschaften auf der Wand der Gestapo-Gefängniszellen, die in verschiedenen Sprachen verfasst sind; die Notizen (geschrieben wie „ish bin ein Bearleener“), die J. F. Kennedy gebraucht hat, um 1963 in West-Berlin seine bekannte Wörter „ich bin ein Berliner“ zu sagen; oder ein Stück der Berliner Mauer sind beispielsweise einige Erinnerungen der weitreichenden Deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Erst dann konnte ich verstehen, warum das sarkastische Buch, das ich zurzeit lese, „Ich bin kein Berliner: ein Reiseführer für faule Touristen“ heißt. Wenn ich damit fertig bin, habe ich vor, Berlin auf sarkastische Weise zu besichtigen. Trotzdem ist das nicht die einzige Stadt, die ich sehen werde, da es Freiwillige im ganzen Land gibt.
PS: Ihr könnt unten ein Video von den Teilnehmern in diesem Seminar sehen. Anbei ist auch eine kurze Beschreibung davon.